Impuls

So steht es etwas provokativ über einem Abend beim Symposium, das in der zweiten Hälfte der Fasnachtsferien in Bad Herrenalb stattfindet.

Spontan möchte ich da natürlich antworten: Nach niemandes Pfeife! Ich bin doch ein freier Mensch und habe meinen eigenen Kopf. Ich lass mir doch nicht vorschreiben, was ich zu denken, oder vorspielen, was ich zu fühlen habe…

Bei näherem Hinlauschen allerdings fällt mir auf, dass ich vielleicht doch öfter auf ganz andere Stimmen höre als diese leise innere… Prägungen, Erwartungen, Sprichwörter, Glaubenssätze… immer wieder das alte Lied, das alles andere (eigenes, fremdes, befreiendes, verbindendes) übertönt!

Ein Lied von Sydney Carter aus dem Jahr 1963, „Lord of the Dance“, könnte uns an dem Abend für eine neue Perspektive öffnen: das Leben, Sterben, Auferstehen des jüdischen Wanderpredigers Jesus von Nazareth zu begreifen als Ausdruck DES göttlichen Tanzes, der die Wirklichkeit durchatmet, dem wir uns hingeben können, um selbst an diesem Tanz teilzuhaben.1

Ich merke allerdings: Worte reichen da nicht hin – egal in welcher Sprache.

Musik kann helfen – auf sehr unterschiedliche Art uns einzuschwingen auf das Leben.

Schritte des Einlassens brauchen Mut – immer wieder neu.

Ich freue mich, wenn das Symposium mich auf diesem Weg ermutigt: mir Worte schenkt zum Er-hören und Musik zur Bewegung und Schritte, die mich TROTZDEM tanzen lassen im Vertrauen auf den „Herrn des Tanzes“: „I am the life that will never never die“.

 

Martina Schüßler

 

1 Richard Rohr mit Mike Morrell, Der göttliche Tanz. Wie uns ein Leben im Einklang mit dem dreieinigen Gott zutiefst verändern kann, 2017